So möchten wir in unseren Rezensionen bewerten

Wir Spielsuspensoristen lieben das analoge Spiel, es belebt unseren Geist und bringt unsere Ideenschmiede auf hochtouren. Über Spiele nachzudenken, sie zu studieren und ihre Mechanismen auszuprobieren ist unsere große Leidenschaft. Es macht uns einfach einen Riesenspaß Spiele zu spielen und darüber hinaus eigene Ideen zu entwickeln. Um unseren Meinungen Ausdruck zu verleihen und Euch einen Eindruck zu vermitteln was wir über Spiele denken, möchten wir in regelmäßigen Abständen kompetente Spielerezensionen in unserem Blog veröffentlichen. Zu welchen Spielen wir dies tun, möchten wir selbst entscheiden, denn jeder in diesem Blog schreibt Eigenverantwortlich und Unbestechlich auf seiner freiwilligen Basis.

Grundsätzlich wollen wir unsere Rezensionen so kritisch und unvoreingenommen wie möglich gestalten, natürlich bringen wir viele persönliche Eindrücke mit ein und können euch nur zeigen was uns ein Spiel offenbart, aber wir versuchen genau hinzusehen. Wir hoffen dass uns dies Gemeinschaftlich gelingt und ihr uns mit euren Kommentaren und Kritiken gehaltvoll unterstützt.

Unsere Wertungsskala

Ein W12! Warum?

Die offensichtlichen Kriterien:
cube-w12
– er macht das Dutzend voll,
– er gibt 120%,
– er kommt unverdientermaßen viel zu selten in Spielen zum Einsatz,
– die 12 ist eine magische Zahl
– und ist stündlich bereit für die nächste Runde.


Uns gibt die W12-Scala einfach die Möglichkeit, differenzierter zu unterscheiden und einzuordnen, damit es für alle Leser im Vorhinein schon in etwa ersichtlich ist: „auf welchem Spiellevel befinde ich mich gerade.“

Wir unterteilen die W12-Scala nochmal in grobschlächtige 5 Wertungsstufen, bzw. eine Aufteilung in 3 Hauptstufen (der Schredder 1-3,  das Mittelmaß 4 – 9, die Spielelite 10 – 12) und in 3 Unterstufen im Mittelmaß. Einfach weil wir es niemals allen recht machen können und wir selbst unverbesserliche Verschlimmbesserer sind und an dem Prozess, diesen Bericht zu verfassen, so viel Spaß hatten das wir es gar nicht anders hätten machen wollen. Also nehmt das folgende bitte mit etwas spielerischem Humor:

Das niedere Gekröse (umgspr.: “Der Schredder”): Für Spiele in dieser Wertungsstufe empfehlen wir die Entsorgung in aktiven Vulkanschloten oder unerforschten Meerestiefen.
Gründe dafür ein solches Spiel aus dem Spielregal zu holen, bzw. dort zu lagern: meine Schwiegermutter kommt öfters zu Besuch; als Bestattungshilfe für die Kleintiere meiner Kinder.

1 – An einem Ding mit dieser Wertung ist nichts Positives zu vermerken, selbst im Mülleimer nimmt es noch Platz weg, aber immerhin wird dieser hin und wieder geleert. (Ich hoffe nie ein Ding (Spiel) in die Finger zu bekommen, dem ich diese Wertung verpassen muss).
2 – Immer noch pfui, aber wenigstens kann man damit Zeit totschlagen.
3 – Immerhin schon etwas Ähnliches wie ein Spiel, dennoch wäre es spannender, wenn jeder Spieler einen Würfel würfelt und die höchste Zahl gewinnt.

Das minderbemittelte Mittelmaß: Mit den richtigen Leuten kann man hin und wieder mal etwas Licht ins Schachtelinnere lassen. Tombolas/Losbuden erhalten durch ein solches Spiel schon eine leichte Aufwertung. Sehr gut geeignet um sie den vertrauensvollen Händen von Kleinkindern zu überlassen (Vorsicht bei verschluckbaren Kleinteilen).

4 – macht wenig Spaß, verursacht aber auch keine Blähungen
5 – Ein Spiel mit vielen verbesserungswürdigen Eigenheiten

Das Mittelmaß: Solche Spiele kommen in den besten Familien vor und mit dem richtigen Argumenten verzieren sie dann und wann auch mal den Spieltisch.

6 – kann man spielen, wenn gerade nichts anderes da ist
7 – ist ein Spiel, dem man eine 2. oder auch 3. Chance geben kann

Das gehobene Mittelmaß: Für die ein oder andere Spielpartie mit Freunden gut geeignet, sorgt für einigen Spielspaß.

8 – macht einiges richtig, man kann es guten Gewissens verschenken
9 – hat das Zeug, regelmäßig gespielt zu werden

Die Spielelite: Kann man gar nicht oft genug spielen, am Besten mit jedem den du triffst, wann und wo es nur geht. Wann ist endlich wieder Spielabend?

10 – Hervorragendes Spiel mit viel Potenzial und Ideenreichtum, aber mit etwas Luft nach oben.
11 – Überragendes Spiel mit dem man viele Spielstunden verbringen möchte und das jeden Spieltisch zu einem packenden Erlebnis aufwertet für das ich gerne mal einen Zug verpasse, weil ich nicht einen Zug auslasse.
12 – Der Mount Everest unter den Spielen. Nur ganz besondere Spiele werden sich diese Auszeichnung verdienen dürfen, die etwas Neues und Ansprechendes in unsere schöne Spiellandschaft einbringen, die sich von der Masse abheben und sich in ihrer Sparte als Hochkaräter beweisen können. Perfektionismus ist dabei nicht alles, aber es ist sicher nahe dran. Ein solches Spiel sollte man nicht nur spielen sondern auch erfahren und erleben.

Dereisernethron

Ihr fragt euch immer noch warum es 12 Stufen sein müssen?
Wo wir doch nur sehr selten Spiele rezensieren würden, die nur eine 6 oder weniger Wert sind. Dann würden doch auch 6 Stufen ausreichen, wobei wir in diesem Falle keine Spiele mehr mit Stufe 3 oder darunter bewerten würden. Demzufolge bräuchten wir nur 3 Stufen, was aber Quatsch ist, da wir kaum ein Spiel rezensieren das nur auf Stufe 1 ist. Bleiben 2 Stufen die da heißen: Wir lieben es oder wir hassen es. Da wir aber kein Spiel rezensieren möchten, das wir hassen, bleibt im Umkehrschluss nur eine einzige Stufe übrig oder anders ausgedrückt:

„Wir rezensieren hier nur Spiele die wir mögen (in seltenen Fällen nicht alle mögen), mit denen wir uns Intensiv beschäftigen und denen wir guten Gewissens eine nach unseren Kriterien geartete „Spielempfehlung“ auszeichnen können. Unsere W12 Wertung gibt nur einen Bruchteil, eine erste Voreinschätzung wieder und definiert sich erst über den Rezensionstext. Wir sind der Auffassung das es vor allem darum geht, das rezensierte Spiel informativ auszuleuchten auf seine stärken und schwächen aufzudecken und euch so eine kompetente „Spielempfehlung“ mit auf den Weg zu geben!“

cubes

Viel Spaß bei all euren Spielen und den perfekten Spielzug…

wünschen euch

die Spielsuspensoristen

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4 Kommentare zu „So möchten wir in unseren Rezensionen bewerten

Gib deinen ab

  1. Eure Wertungsskale mit 5 Wertungsstufen und 3 Hauptstufen und 12 irgendwas ist ja mal mega komplex. Und wie wollt ihr denn zwischen einer 11 und zwischen einer 12 unterscheiden. Das geht ja wirklich nur, wenn ihr ganz kleinteilig Begründet warum ihr etwas wie bewertet. Je größer die Skala des du schwerer wird es Nuancen zu bestimmen.Ihr habt ja keine Laborähnlichen Testsituationen. Für eine Review halte ich Noten auch mittlerweile überholt. Ja selbst in der Schule wird diskutiert Noten abzuschaffen weil sie nicht aussagekräftig sind. Warum also bei einem „Kunstwerk“ das unter anderem mehr sein kann als nur angereite Mechanismen. Wie misst man Spaß? Und was ist überhaupt Spaß?
    Zum Schluss noch einmal die Frage warum 12? Warum dann nicht die 10 von BGG sonst braucht ihr ja auch noch eine Umrechnungsskala. Wenn ich jetzt ein Spiel bei euch sehe mit 11 ist das dann eine 10 bei BGG oder eine 9 oder eine 9.5. Wie kann ich denn eure Noten vergleichen?

    Ok ihr seht das ist nicht nur eine Kritik an eurem Wertungssystem sondern an Bewertungssystem für Spiele allgemein. Ich bin jedenfalls immer gespannt auf eurer Fazit und hoffe, das ihr euch nicht hinter einer Note versteckt sondern das Fazit wirklich deutlich macht was ihr an einem Spiel gut oder schlecht findet. Spielen ist etwas das mit Emotionen zu tun hat und das lässt sich nicht mit Zahlen ausdrücken. Oftmals noch nichtmal in Worte fassen.

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  2. Hallo Manu, vielen Dank für Dein Kommentar. Du sprichst viele Punkte an, an denen wir auch im Vorfeld schon geknabbert haben, ob ein Wertungssystem nach Punkten noch Zeitgemäß ist, ob Spaß messbar ist, da stellt sich auch die Frage, ob jeder in der gleichen Situation den gleichen Spaß empfindet. Und ja ich habe gerade bei der Rezension von Santorini gemerkt wie schwer es wird alle Eigenschaften eines Spieles in eine Wertung zu pressen und wenn es bei dem einen Spiel so ist, wie ist es dann bei einem anderen. Es gibt nur wenige Spiele die man gut miteinander vergleichen könnte, sicher geht es bei verschiedenen Monopolys oder bei Risiko Spielserien miteinander zu vergleichen, aber mit einer Note/Wertung zwei unterschiedliche Spiele zu unterscheiden, ist wie Äpfel mit Bäumen (ja Bäume, geht manchmal wie mit Birnen) zu vergleichen. So haben „Halt mal kurz“ und „Santorini“ auf den ersten Blick nur gemein, dass beide Spiele sind und jeweils Karten als ein Spielelement benutzen.

    Wer genau schaut, dem wird auffallen, dass Santorini keinerlei Zahlenwert als Wertung zugeordnet wurde, was sicher Widersprüchlich zu unserem hiesigen Artikel steht, aber wie heißt es so schön, wenn du deine Leser nicht besiegen kannst, dann verwirre sie.

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  3. Noch eine Anmerkung zur Diskussion, die sich nicht direkt auf den Beitrag von Mario, wohl aber auf die Überlegungen dahinter in den letzten Wochen beziehen:

    Noten und Punktwertungen suggerieren eine genaue, vermeintlich objektive Bewertung. Jede Bewertung, gerade bei Spielen, muss aber zwingend immer subjektiv sein. Das ist kein Manko, man muss es sich als Rezensent/in wie auch als Leser/in bewusst machen. Deshalb ist es als Spieler hilfreich den „Spiel-Geschmack“ verschiedener Rezensenten einschätzen zu können, weil deren unterschiedlichen Urteile für mich eine unterschiedliche Bedeutung haben. Bei den Bretterwissern sind z.B. die „Profile“ der drei Kollegen sehr deutlich herausgearbeitet und helfen bei der Einordnung der Empfehlungen und Kritiken.
    Wenn eine Rezension also nicht „objektiv“ sein kann, was muss sie meiner Meinung nach leisten? Ih denke, der Kern einer guten Rezension ist, dass sie intersubjektiv nachvollziehbar ist. Als Rezensent muss ich zuallererst leisten, meine Kriterien und die darauf basierenden Urteile für jede/n Leser/in verständlich und nachvollziehbar zu machen. Also zu deiner Frage, Manuel: Was ist „Spaß“? Als Rezensent muss ich nachvollziehbar erklären können, was mir (!) an einem Spiel warum Spaß gemacht hat. Das ermöglicht dem Leser zu sagen: Ja, genau so etwas macht mir auch Spaß, das kenne ich aus anderen Spielen oder nein, das ist gar nichts für mich. Da Spiele aber nicht nur aus „Spaß“ bestehen, müssen auch andere relevante Aspekte: Spielgefühl, Verständlichkeit der Anleitung, Haptik usw. berücksichtigt werden. Eine Rezension ist also nicht nur auf ihren Gegenstand gerichtet, sondern muss notwendigerweise auch immer viel über den Rezensenten verraten.

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